Schütz – Funktion/Aufbau

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moeller-schuetzElektromagnetische Schalter sind in Formen von Relais oder Schützen in vielen Anwendungen unverzichtbar. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Informationen zu Schützen zusammen.

Ein Schütz besteht im Wesentlichen aus einer Spule (Elektromagnet) und einem metallischen Anker, der mit den Schaltkontakten des Schützes verbunden ist.

Der Anker ist so in der Spule platziert, dass er sich bei einem durch die Spule erzeugten Magnetfeld bewegen kann. Somit wird auch der „Kontaktschlitten“ bewegt und die Kontakte geschlossen bzw. geöffnet. Die Spule selbst besitzt ebenfalls einen Eisenkern, durch den die magnetische Wirkung verstärkt wird.

Ein Relais funktioniert zwar grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie ein Schütz und ist ähnlich aufgebaut, allerdings benötigt es häufig eine geringere Spulenspannung und kann meistens nur geringere Lasten schalten. Außerdem ist der Zusammenhang, durch die einfache Bauform, deutlich einfacher nachzuvollziehen:

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Man unterscheidet bei einem Schütze zwischen Leistungsschütz und Steuer- bzw. Hilfsschütz. Allerdings gibt es auch Leistungsschütze, die über „Hilfsbausteine“ mit zusätzlichen Hilfskontakten verfügen.

Die Spulenanschlüsse werden bei beiden Schützarten in der Regel mit „A1“ und „A2“ gekennzeichnet oder man findet ein Spulensymbol auf dem Schütz.

Die Hilfskontakte eines Schützes werden häufig nummeriert. Die erste Ziffer gibt hierbei die Kontaktnummer oder auch Ordnungsziffer genannt an, diese wird fortlaufend erhöht.

Die zweite Ziffer gibt die Kontaktart an, diese wird auch als Funktionsziffer bezeichnet. Ein Öffner-Kontakt wird somit mit „1“, „2“ gekennzeichnet, während ein Schließer-Kontakt mit „3“, „4“ kenntlich gemacht wird. Eine andere Bezeichnungsvariante nutzt die Buchstaben „NO“ für „Normally Open“ was einem Schließer entspricht bzw. „NC“ für „Normally Closed“ was wiederum für einen Öffner steht.schuetz-bezeichnung

Die Leistungskontakte werden oft einstellig nummeriert, an den ungraden Zahlen werden die drei Außenleiter angeschlossen, während an den Graden Zahlen der Verbraucher, wie beispielsweise ein Motor angeschlossen wird. Häufig findet man auch direkt die Bezeichnung „L1“, „L2“, „L3“ für die Außenleiter sowie „T1“, „T2“, „T3“ für den Verbraucher auf dem Schütz.

Ein Hilfsschütz dient überwiegend zum Schalten von Steuerspannungen während ein Leistungsschütz den Lastromkreis von beispielsweise einem Drehstrommotor schalten kann. Diese Kontakte sind unter anderem mit Lichtbogen-Löscheinrichtungen versehen, weshalb nur diese für das Schalten größerer Lasten ausgelegt sind.

Ein angezogenes bzw. geschaltetes Schütz wird auch als angesprochenes Schütz bezeichnet, während sich ein abgefallenes Schütz im nicht geschaltetem Zustand bzw. in der Grundstellung befindet.

Unten sehen Sie den Plan einer einfachen Schütz-Schaltung. Die Spule wird hierbei durch ein Rechteck dargestellt, dieses Symbol ist in der Regel auch auf dem Schütz zu finden.

Die Schließer- bzw. Öffner-Kontakte werden wie im Plan gekennzeichnet dargestellt.

In den Plänen werden die gleichen Kontaktbezeichnungen wie auf dem Schütz gewählt, dadurch kann man die Kontakte im Plan direkt dem Schütz in der zugehörigen Schaltung zuordnen.

Hilfs- bzw. Steuerschütze werden mit dem Buchstaben „K“ versehen. Leistungsschütze besitzen den Buchstaben „Q“.

Um den Zusammenhang zwischen Schaltkontakt und Spule zu verdeutlichen, wird dieser Buchstabe ebenfalls vor den Schaltkontakten des jeweiligen Schützes geschrieben, andernfalls kann auch eine gestrichelte Linie den Zusammenhang verdeutlichen. Bei mehreren verwendeten Schützen werden die einzelnen Schütze zusätzlich durchnummeriert. Die gleiche Nummerierung sollte auch auf den Schützen in der anschließenden Schaltung gewählt werden.schuetz-schaltungAbschließend lässt sich somit sagen, dass Schütze unter anderem bei Steuerungsprozessen von Anlagen (Hilfsschütz) oder bei Schaltaufgaben von größeren Lasten (Lastschütz) eingesetzt werden.