Leitungsschutzschalter – Funktion/Aufbau

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LeitungsschutzschalterEin Leitungsschutzschalter kurz LS-Schalter oder häufig auch Sicherungs-Automat ist eine Überstromschutzeinrichtung, die in nahezu jeder Verteilung zu finden ist. Sie schützt Leitungen vor unzulässig hohen Strömen durch Überlastung oder Kurzschluss und den damit verbundenen Folgen wie Erhitzen oder sogar schmelzen.
Ein LS-Schalter bietet offensichtliche Vorteile zu Schmelzsicherungen, da dieser unter anderem auch nach einem Auslösen problemlos wieder eingeschaltet werden kann.
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Sofern man den Leitungsschutzschalter zu Demonstrationszwecken öffnet, kann man neben dem Schaltmechanismus auch einen Blick auf die einzelnen Bestandteile werfen.
Die Anordnung der einzelnen Komponenten kann je nach Hersteller variieren, sollte allerdings immer folgende Bauteile beinhalten:

Leitungsschutzschalter Komponenten

elektromagnetischer Ausloeser mit KurzschlussDer elektromagnetische Schnellauslöser
Im Kurzschlussfall sorgt der Elektromagnetische Schnellauslöser für ein schnelles Abschalten. Dabei baut sich durch die extrem hohen Ströme ein Magnetfeld in der Spule auf, wodurch ein Schlagbolzen nach unten gedrückt wird, der so den Schaltmechanismus auslöst.

Somit fließt nur für einen Bruchteil einer Sekunde ein sehr großer Strom über die Leitungen und es muss nicht erst zu einer Erwärmung des thermischen Auslösers kommen.

thermischer Ausloeser mit UeberlastDer thermische Auslöser
Bei Überlastung durch unzulässig hohe Ströme, sorgt der thermische Auslöser für das Abschalten des Leitungsschutzschalters. Dazu ist ein Bimetall in den Stromfluss eingebaut, der sich durch den Hindurchfließenden Strom zunächst erwärmt und dadurch verbiegt.
Somit löst er den Schaltmechanismus des LS-Schalters aus.
Die Leitungen werden so vor Beschädigungen (z.B. Schmelzen) durch die Überlastung und die damit verbundene Erwärmung des Leiters geschützt.

Angaben auf LS-Schaltern
Leitungsschutzschalter gibt es mit verschiedenen Bemessungsstromstärken und Auslöse-Charakteristiken.
Beide angaben findet man in der Regel auf der Vorderseite des LS-Schalters.
Die Auslöse-Stromstärke muss an den verwendeten Leiterquerschnitt angepasst sein und wird in Ampere angegeben.
Die Charakteristik ist von dem Einsatzgebiet abhängig und wird durch verschiedene Buchstaben gekennzeichnet.
In der Regel kommen LS-Schalter mit B-Charakteristik zum Einsatz.
LS-Schalter mit C-Charakteristik werden beispielsweise bei erhöhten Einschaltströmen eingesetzt, da der magnetische Schnellauslöser erst bei dem 5-10fachen der Bemessungsstromstärke (siehe Grafik) auslöst.
Dies erlaubt beispielsweise den problemlosen Einsatz von Tischkreissägen, Holzspaltern oder Motoren mit hohen Anlaufströmen.

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